Es ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist es natürlich fantastisch, dass moderne Lichttechnik toll aussieht, die Nacht zum Tag macht und mittlerweile so langlebig ist, das der junge Stern keine Probleme macht. Aber wenn die „wartungsfreie“ High-Tech-Einheit dann doch mal vorzeitig in den Ruhestand geht, schwelgt man plötzlich in nostalgischen Gefühlen für die gute alte 2-Euro-Birne, die man noch mit zwei Fingern und einem Lächeln wechseln konnte.
Ein bisschen mehr „Plug & Play“ und ein bisschen weniger „Komplettaustausch inklusive Hypothek“ wäre hier der Idealzustand. Nachhaltigkeit fängt schließlich da an, wo man nicht das ganze Modul wegwerfen muss, nur weil ein Bauteil schwächelt. Und Nachhaltigkeit bedeutet ja auch, ein Auto maximal lange zu fahren.
Wer schon einmal versucht hat, das Standlicht vorne zu tauschen, weiß: Es ist eigentlich eine triviale Aufgabe. In der Realität benötigt man die Hände eines fünfjährigen Klavierspielers und die Kraft eines Schraubstocks. Der Zugang ist hier oft das eigentliche Rätsel – man möchte fast fragen, ob das Auto um den Scheinwerfer herum gebaut wurde oder ob man für den Wechsel wirklich das vordere linke Rad und den Scheinwerfer ausbauen muss.
Die High-Tech kommt halt mit einem zusätzlichen Preis. Früher war ein Auto ein treuer Begleiter, den man mit ein bisschen Geschick, Rostschutz und einer Kiste Ersatzteilen theoretisch vererben konnte. Heute ist es so dass der Drittbesitzer nach zehn, fünfzehn Jahren nicht vor einer einfachen Reparatur, sondern vor einer wirtschaftlichen Herausforderung steht.