Zündaussetzer (Problem gelöst)

  • Herzlichen Dank für deine ausführliche und engagierte Antwort, Flash!


    Die Werkstatt erwähnte im Telefongespräch, dass die elektrischen Leitungen ohne Befund durchgemessen wurden.


    Einspritzdüsen von zwei Zylindern sollten miteinander vertauscht werden, hatten aber offenbar brüchige Halterungen (so habe ich das verstanden), weswegen ich ausdrücklich darum bat, alle Einspritzdüsen zu erneuern. Man stellte fest: der Fehler war noch da. Die Zündkerzen im Zylinder waren erst beim letzten Service erneuert worden, vor dem der Fehler auch schon aufgetreten ist. Aber ja, auch die betreffenden zwei Zündkerzen wurden sicherheitshalber nochmals erneuert. Der Fehler war noch da. Mehr wurde bisher nicht erneuert. Selbstverständlich wurde die elektrische Anlage aber weiter untersucht.


    Die Sensoren haben keinen Fehler hinterlegt. Ob diese dennoch überprüft worden sind, wurde mir nicht mitgeteilt. Inwieweit auch die weitere Peripherie überprüft worden ist, ebenso. Nachgefragt habe ich bisher nicht, denn als eher tolpatschiger Laie bin ich geneigt, zunächst der Sorgfalt der Fachleute zu vertrauen, bevor ich mich mit meinem nur angelesenen Teilwissen zu melden wage - was sofort offenbar sein würde :|. Vielleicht teilen sie mir aus diesem Grund auch nicht detailliert mit, was bisher alles unternommen wurde. Natürlich lege ich alle hier gemachten Vorschläge vor, sobald mir allzu deutlich Unsicherheit vermittelt werden sollte.


    Die Werkstatt macht auf mich in diesem Fall ja auch keinen souveränen Eindruck. Allerdings habe ich mit ihr in den letzten zwölf Jahren ausschließlich sehr gute Erfahrungen in Bezug auf Fehlerdiagnose und -beseitigung gemacht. Ihre allererste Empfehlung war es, dem Treibstoff speziellen Reiniger hinzuzufügen, was jedenfalls zu einer deutlich spürbaren Verbesserung geführt hat (sofern das kein Zufall gewesen ist). Ich hatte hier darüber berichtet. Deswegen nahm ich an, dass Verkokungen am Fehlerbild zumindest beteiligt gewesen waren.


    Übrigens wird der Fehler mit den Zündaussetzern auch in verschiedenen Foren im Internet beschrieben. Die Gesprächsfäden wurden aber in keinem mir bekannten Fall zu (dem bitteren?) Ende geführt. Das ist für mich der Grund, dies alles in unserem Forum zu dokumentieren.


    Ich sehe es als Pech an, dass ein solch unklares Fehlerbild bei meinem Wagen auftritt. Dieses Risiko geht eben jeder (unfähige) Besitzer eines komplexen Fahrzeuges ein. :|

  • Ich bin absolut der gleichen Meinung wie Flash!


    Das Herumgewurschdel ist teuer und sinnlos. Anruf der Werkstatt: "Die Ventilfedern sind in Ordnung"! Was sonst? Was suchen die dort? Die Ventilfedern müssen in Ordnung sein, das hätte man wohl gehört. Außerdem schließen die Ventile bei hohen Drehzahlen erst schlecht, wenn die schwächer geworden wären! Aber das wird man gar nicht geprüft haben...


    Wichtig wäre gewesen: Das Kerzengesicht beurteilen! Kompressionsprüfung ist dann der nächste Schritt. Endoskopieren, und dann ist fast alles Mechanisches ausgeschlossen.


    Und nochwas: Das Austauschen der Einspritzdüse war schon erstmal eine gute Idee, aber es gibt auch defekte Neuware. Eventuell diese nochmals austauschen? Aber natürlich nur zur Diagnose. Bleibt das Fehlerbild, kommt die alte wieder rein!


    Das ist doch letztendlich nur ein Dukatengrab! Ich würde bei einem solchen Vorgehen die Werkstatt wechseln.


    Wolf314: Ich hatte deinen Beitrag noch nicht gelesen, als ich los schrieb. Deshalb ist da Einiges nicht mehr aktuell!

  • Leider haben heute viele Werkstätten das Problem keine "guten" Mechaniker mehr zu bekommen. Ursache ist klar, schlechte Löhne, fast keine Aufstiegsmöglichkeiten, schlechte Ausbildung usw.
    Das rächt sich nun immer mehr und mehr. Viele können heute nur noch ein Diagnosegerät anschliessen und so die Fehler auslesen.
    Und genau da fängt dann das Übel an, es wird wild drauf los gewechselt ohne die Ursache wirklich zu kennen.


    Es werden einfach nur die Symptome bekämpft, ohne zu wissen wieso und warum so eine Störung oder ein Bauteil defekt geht. "Ironisch", ist wie bei Corona und den Ärzten :)



    Mir ist schon klar, dass das alles mit der heutigen Elektronik immer komplizierter und schwieriger wird als früher. Jedoch funktioniert ein 4- Takt Ottomotor seit Jahrzehnten nach dem gleich Prinzip.
    Zu meiner Zeit in der Ausbildung durften wir 4 Jahre unter anderem genau solche Störungen suchen und beheben. Unser Ausbilder damals war sehr kreativ im Einbau solcher Fehler. Das jetzt keiner sagt, kann man mit heute nicht mehr vergleichen.... ja korrekt.... aber auch schon damals hatten wir Autos mit K-Jetronic, Kugelfischer Einspritzanlangen oder auch die vielen verschiedenen Vergaser. Das alles war sehr Wartungsanfälliger als heute und damals gab es keine Star Diagnose Geräte.


    Wolf
    Macht denn dein Auto das im kalten und warmen Zustand? Passiert das immer im gleichen Drehzahlbereich?




    Flash

  • Hi
    wobei mann bei dem Fehlerbild von Wolf314 fairerweise sagen muss , das ist nichts typisches und mal eben repariert.....
    Da sucht sich auch ein erfahrener Mechaniker echt nen wolf.... , und da kommt mann fast nicht rum , paar teile auf verdacht zu tauschen...
    Wolf314 :
    wurde das motorsteuergerät schon in betracht gezogen ?.....
    War der Fehler bei dir Reproduzierbar ?.....


    MFG
    Arni

  • Leider haben heute viele Werkstätten das Problem keine "guten" Mechaniker mehr zu bekommen.

    Die Operation an meinem Wagen wird vielleicht deshalb nicht von der Werkstattleitung, sondern sogar vom höchst erfahrenen Betriebsleiter persönlich kommandiert.


    Macht denn dein Auto das im kalten und warmen Zustand? Passiert das immer im gleichen Drehzahlbereich?

    Die Zündaussetzer erfolgen meiner Kenntnis nach nur bei höheren Drehzahlen. Ab wann genau, wird die Werkstatt untersucht haben. Belastungen fordere ich dem Motor nur ab, wenn er bereits warm gefahren ist. Deshalb weiß ich nicht, ob der Fehler auch im kalten Zustand auftritt.


    wurde das motorsteuergerät schon in betracht gezogen ?

    Ja, das habe ich als Nachtrag im Beitrag #16 kurz erwähnt. Mit einem anderen Fahrzeug hatte ich einmal ein Problem mit dem Motorsteuergerät, bei dem das Fahrzeug sporadisch nicht mehr richtig Gas annahm oder der Motor plötzlich abstarb. Weil diesmal keine derart heftigen Fehler auftreten, habe ich entschieden, zunächst nach elektrischen oder mechanischen Fehlern suchen zu lassen. Das teure Motorsteuergerät wird wohl erst als letztes erneuert werden.


    War der Fehler bei dir Reproduzierbar ?

    Allerdings! Zwar gab es mal Zeiten, in denen der Motor dafür weniger empfindlich gewesen ist, zurzeit ist er es aber definitiv. Das ist der Anlass gewesen, die teure Fehlersuche zu beauftragen. Weder ich noch die Werkstatt haben sich um diesen Auftrag wirklich gerissen. :(


    das ist nichts typisches und mal eben repariert (...) Da sucht sich auch ein erfahrener Mechaniker echt nen wolf

    Danke für deinen Zuspruch, arni!


    Nachtrag: Motorsteuergerät - da steckt "teuer" bereits im Wort! ;(

  • Hallo Wolf,


    bevor Du gleich ein neues Steuergerät kaufst, würde ich das vorhandene Steuergerät zur Prüfung mal an z.B. ECU oder sender.de schicken.
    ich habe mit beiden bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

  • (…) wird versucht, diese Ablagerungen während Fahrten über mehrere Tage hinweg zu entfernen.(…)


    Also DAS hätte ich in Eigenregie gemacht 8-)


    Wollen die dir dann vlt. 6h Reinigungsfahrt abrechnen? Hoffentlich wirkt es wenigstens. Die Verkokungen in nur einem Zylinder deutet aber auf schlechte Verbrennung durch schlechtes Sprühbild oder falsche Zÿndung hin… aber da spekuliere ich als CDI-Fahrer.

  • Wollen die dir dann vlt. 6h Reinigungsfahrt abrechnen?

    Ich habe einem Betriebsmitarbeiter das Fahrzeug für seine längere, tägliche An- und Abfahrt zum Betrieb überlassen, die über die Autobahn führt.


    Die Verkokungen in nur einem Zylinder deutet aber auf schlechte Verbrennung durch schlechtes Sprühbild oder falsche Zÿndung hin… aber da spekuliere ich als CDI-Fahrer.

    Ich denke, dass die Verkokungen bei langjährig erfolgten Fahrten extrem kurzer Strecken durch die Abgasrückführung entstanden, in allen Zylindern vorhanden und am stärksten im von der Abschaltung betroffenen Zylinder sind.

  • Dann wenigstens 1x/Jahr Richtung Italien.. vlt übers Hahntennjoch, vollbeladen, das erzeugt Last befreit den Motor von solchen Ablagerungen und man hat die herrliche Aussicht in den Alpen.


    Aber wenn man schon dort wohnt, macht man das nicht.. klar. Ich wurde oft von fernausländischen Kollegen befragt, ob ich denn nicht jedes Wochenende nach Berlin fahre, wenn ich nur 2h entfernt wohne 8-)

  • @ _DAS_Nummernschild
    Seit vier Jahren habe ich mein Fahrprofil geändert, fahre zwar kaum noch Kurzstrecke, insgesamt jedoch nicht mehr viel: zunächst wegen ausgedehnten Seereisen, dann wegen staatlich verhängten Reiseeinschränkungen. Wenn letztere anhaltend wegfallen, bin ich gerne für deinen Vorschlag zu haben!


    Nachtrag vom 14. April
    Mein Auto steht nun wieder bei mir zuhause. Die chemische Kur mit Motorsystemreiniger war erfolgreich.
    Die MKL bleibt nun selbst bei sehr fordernder Fahrweise mit Kick-Down ausgeschaltet. ^^
    Wie von _DAS_Nummernschild vorgeschlagen, muss ich künftig deutlich forscher unterwegs sein sowie regelmäßig dem Treibstoff Motorreiniger zusetzen.

  • Heute wollte ich einen kleinen Ausflug machen. Als ich in eine Bundesstraße einbog und kräftig beschleunigte, kam die MKL und der Motor wurde unruhig - ein Verhalten, das ich schon soooo gut kenne. ;(
    Dennoch leuchtet die MKL jetzt erst bei erheblich höherer Motorbelastung auf als vor dem Werkstattaufenthalt. Deswegen mache ich zunächst viele Ausflüge mit Reiniger im Tank (und auf Vorrat im Kofferraum) auf laaaaaangen Autobahnstrecken. :S


    Nachtrag von 22:20 Uhr: Komme eben von einer 800 km langen Testfahrt auf der erfreulich wenig befahrenen Autobahn zurück. Jetzt scheint der Motor so weit frei gefahren zu sein, dass er auch die derzeitige Höchstgeschwindigkeit 240 km/h locker toleriert. Wenn ich den Motor allerdings für eine Beschleunigungsorgie von der Leine lasse, erfolgt (noch) die bekannte Zylinderabschaltung.


    Nachtrag vom 26. April:
    Eine Lösung scheint mir die Bestrahlung mit Nussschalengranulat zu sein.

  • Guten Morgen,
    ich weis nicht ob das hilfreich ist aber ich hatte bei meinem E55 W210 T-Modell mal ähnliche Symptome.


    Es wurde auch alles erneuert und kontrolliert aber sobald ich forscher Gas gegeben habe, kam die MKL und die Leistung war sehr Stark reduziert.


    Nach einem Neustart des Motors war die Leuchte wieder weg und man konnte wieder fahren mit normaler Leistung.


    Ich konnte es mir nicht erklären aber immer wenn ich nur behutsam Gas gegeben habe kontne ich normal fahren. Aber sobald ich mehr Leistung abgefragt hatte ging er in den "Notlauf".
    Ich bin damals dann zu einem Kumpel auf die Bühne gefahren und haben dort die Kats aufgemacht da wir noch die Vermutung hatten das ein oder mehrere Kats defekt waren und das wenn der Motor mehr Abgase weg bringt bei forscher anfahrt oder Gasgeben sich selber erstickt oder falsche Werte liefert.


    Wir konnten sehen das ein Vorkat defekt war und sich zerlegt hatte. Dieser hatte dann den Hauptkat ein wenig zugesetzt und konnte so die Abgase nicht herausbekommen.
    Vielelicht wäre das noch ein Punkt, wenn dieser nicht schon kontrolliert wurde.
    Gruß Jens

  • Danke, Jens, das ist ein wichtiger Aspekt! :thumbup:


    Nachdem ich die ratlosen Gesichter in der Werkstatt gesehen habe, als ich am Montag mit der Hiobsbotschaft ankam, werde ich jetzt konkret formulierte Einzelaufträge vergeben.
    Als erstes möchte ich die Einatemwege frei wissen, weswegen ich die Ventile durch Bestrahlung reinigen lasse. Eine geeignete Firma habe ich bereits kontaktiert und um eine grobe Einschätzung der Arbeitszeit und der Kosten gebeten. Die MB-Werkstatt macht dies nicht, auch nicht eine Motoreninstandsetzungsfirma in München. Beide würden dafür den Zylinderkopf abnehmen. Als nächstes werde ich mich dann vergewissern, dass die Ausatemwege frei sind. Hier kommt die von dir angesprochene Kontrolle der Katalysatoren ins Spiel.


    Ob die MB-Werkstatt die Kats bereits kontrolliert hat, kann ich bei Gelegenheit erfragen. Ich denke aber, dass sie das bisher nicht untersucht hat, weil stets derselbe Zylinder abgeschaltet wurde. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass eine besonders ausgeprägte Verkokung der Einlassventile an diesem Zylinder in Verbindung mit Ausatemschwierigkeiten zu Fehlern an nur diesem Zylinder führen.


    Die spürbare Verbesserung der Problematik durch Fahrten bei stärker belastetem Motor zeigt mMn, dass Verkokungen in jedem Fall beteiligt sind.

  • In den vergangenen Tagen wurde zwecks Strahlreinigung der Einlassventile das Ansaugmodul entfernt. Und oh Wunder: Es gab gar nichts mehr zu reinigen!
    Die lange, im Wortsinne heiße Fahrt über die Autobahn hat tatsächlich die von der MB-Werkstatt festgestellte starke Verkokung weggebrannt. Es ist eine für mich ausgesprochen erfreuliche Feststellung, dass die beworbene Wirkung des Reinigers wirklich in vollem Umfang vorhanden ist. Verwendet habe ich LIQUI MOLY Pro-Line Benzin-Systemreiniger (Produkt-Nr. 5153) in der angegebenen Dosierung 500 ml auf maximal 70 Liter Treibstoff. Die Werkstatt hatte mir hingegen LIQUI MOLY Motorsystemreiniger Benzin (Produkt-Nr. 5129) empfohlen.


    Ob damit das Problem mit den Zündaussetzern beseitigt ist, werde ich bei Gelegenheit durch starkes Beschleunigen auf der Autobahn bei starkem Fahrtwind noch testen. Leider bot sich mir auf der Heimfahrt von der Werkstatt eine solche Gelegenheit wegen dichtem Verkehr nicht.


    Nachtrag vom 17. Mai:
    Heute habe ich eine Testfahrt auf freier Autobahn mit Phasen kräftiger Beschleunigung durchführen können, wie ich dies vorhatte.
    Ergebnis: Kein Aufleuchten der MKL! ^^


    Das Problem scheint somit (derzeit) gelöst zu sein. Ab nun werde ich wieder E10-Treibstoff verschiedener Marken tanken, jedoch mindestens jeder zweiten Tankfüllung Reiniger von Liqui Moly zufügen sowie den Rat von _DAS_NUMMERNSCHILD beherzigen.


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    Herzlichen Dank an alle Mitforisten, die mir mit ihrem Rat zur Seite gestanden haben! :thumbup:
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  • CLS 55 AMG


    Im Beitrag #35 habe ich geschrieben, dass die Einlassventile nun sauber sind und weder hohe Geschwindigkeit auf der Autobahn noch starke Motorbelastung durch kräftiges Beschleunigen bei bereits hohen Geschwindigkeiten die MKL aufleuchten lassen. :thumbup:


    Deswegen scheint es mir hochwahrscheinlich zu sein, dass der Fehler behoben ist. Allerdings kann ich das natürlich nicht mit Gewissheit behaupten. Je länger ich problemlos unterwegs bin, desto wahrscheinlicher wird es. Nachdem ich aber nur noch sehr wenig fahre, kann ich selbst in einigen Wochen nicht mehr dazu schreiben.

  • Hallo Wolf,


    na dann (däumchengedrückt) viel Erfolg!
    Vielleicht lag die gelbe Motorleuchte wirklich nur daran, dass wegen verkokten Einlassventilen /-sitzen die Drosselklappenstellung und der Lastabruf (durch das Gaspedal) nicht zum planmäßigen Eingangsdrehmoment im Getriebe passten.

  • Moin, ich habe den CLS 350 von 2007 und habe auch dieses Problem mit den Zündaussetzern, Kerzen, Zündspulen neu. Aber ich habe das Problem nur wenn ich richtig viel Gas gebe, oder wenn das Radio angeschaltet ist. Mit Radio gibts manchmal sogar StartProbleme. Erst wenn das Gerät abgschaltet ist läuft alles wieder. Was kann das sein? Ich weiß... Radio...hört sich komisch an, ist aber so....

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